Heute betrete ich nach 6 Jahren wieder norwegischen Boden. Pünktlich um 10 Uhr können die ersten Fahrzeuge von der Fähre herunter fahren.

Erst mal weg von Oslo, das Verkehrsaufkommen ist nicht das, was ich von meinem Urlaub erwarte. Über die E18 und E16 fahre ich meinem ersten Ziel, der Stabkirche bei Borgund entgegen. Die Route ist in meinem Navi und die wichtigsten Abzweigungen habe ich mir gemerkt. Schnell komme ich voran und schon bald lässt der Verkehr merkbar nach und nur noch wenige Fahrzeuge sind auf der Strasse unterwegs.
So langsam ist auch meine erste Nervosität weg. Erst jetzt begreife ich, dass mein Urlaub begonnen hat. Denn ich hab kein Ziel, sondern eine Tour vor mir. In Gedanken gehe ich zum x-ten mal meine Packliste durch. Ich hab aber alles dabei was ich brauche. An einem Rastplatz in der Nähe von Gulsvik lege ich meine erste Pause ein. Ich schau auf der Karte nochmals nach wohin ich will. Die Stabkirche von Borgund ist das erste Ziel, bis dahin sind es noch ca. 150 km. Der Weg sollte nicht all zu schwer zu finden sein. Auf der Strecke gibt es nur einen einzigen Ort in dem ich den richtigen Abzweiger nehmen muss. Unterwegs bin ich über mein Navi irritiert. Wenn ich meiner Anzeige glauben kann, fahre ich hier mitten durch einen Wald. Die Strasse sieht aber auch sehr Neu aus und ich gehe mal davon aus, dass meine Kartendaten im Navi diese Strecke einfach noch nicht kennt. Immerhin, nach Hinweistafeln bin ich auf dem richtigen Weg.

Endlich erreiche ich den Abzweiger zur Stabkirche. Aus der schon engen Hauptstrasse wird eine schmale Seitenstrasse. Die Strecke ist so herrlich mit dem Motorrad zu fahren. Ich kriege das Grinsen nicht aus dem Gesicht. Nach jeder Kurve freue ich mich auch die Nächste.

Ich bin begeistert von der Stabkirche von Borgund. Von Fotos und Zeichnungen habe ich schon einen ersten Eindruck der Bilder gehabt, doch wenn man dann endlich davor steht, sieht alles dann doch anders aus. Die Kirche ist kleiner als ich erwartet habe. Von Aussen sieht das Gebäude sehr imposant aus, doch im Inneren haben weniger Leute Platz als ich erwartet habe. Doch ich denke, auch die Befölkerung welche heute in der Region lebt, dürfte dir Kirche noch ausreichend Platz haben.

Das nächste Ziel liegt eigentlich um die Ecke. Die Stabkirche von Ornes.
Doch um da hin zu kommen ist ein langer Weg notwendig. Die erste Fähre in Norwegen erreiche ich in Fodnes. Das Fährpersonal winkt mich noch auf die Fähre und kaum über die Rampe gefahren, wird diese auch geschlossen und das Schiff legt ab. Um den direkten Weg zur Stabkirche zu nehmen, fahre ich in Solvorn. Die Fähre fährt alle volle Stunde in Solvorn ab. Bis dahin sind es noch 35 Minuten. Also erst einmal warten. Ich bin eh der erste am Anlegesteg und vertreibe mir etwas die Zeit. Es wird bald Abend, ich suche im Navi eine Möglichkeit zum übernachten. In Skjolden liegt der nächste Campingplatz.
Als die Fähre ankommt werden die Autos, die mit auf die Fähre wollen, erst einmal gewendet. Die Fähre hat nur eine Rampe. Man muss also jeweils erst rückwärts auf die Fähre fahren. Da ein Motorrad Rückwärts nur sehr bedingt motorisiert ist, darf man so hinauf fahren und auf dem Schiff dann wenden.

Die Stabkirche von Urnes ist kleiner, älter und auch etwas eindrücklicher als die letzte Kirche. Die Führungen sind wohl mit der Ankunft der Fähre getaktet. Denn kaum nach meiner Ankunft am Parkplatz und dem Bezahlen der Gebühr für die Besichtigung, geht die Führung los.

Nach gut einer Stunde mache ich mich wieder auf zum Motorrad. So langsam wir es Zeit etwas zu essen. Ich lasse mich durch mein Navi zum nächsten Campingplatz leiten.

Nymoen LeirplassDer erste Platz liegt mitten im Ort, doch leider ist er geschlossen. Der nächste Platz liegt wenige Meter weiter am Ortsrand. Ich buche eine Hütte für die Nacht und richte mich ein. Akkus müssen geladen werden und ich brauch was warmes zu Essen. Unterwegs hatte ich mir Köttbullar gekauft, diese landen jetzt auf der Pfanne. Hatte ich schon lange nicht mehr und bin auf den Geschmack gespannt. Schmecken sehr lecker und Satt und müde verkrieche ich mich im Schlafsack.