In vier Schritten zum gepflegten Motorradhelm

Wenn die Motorradsaison anfängt, ist es höchste Zeit dem Motorrad wieder zu neuem Glanz zu verhelfen und es gründlich zu pflegen. So kann die Lebensdauer eines Motorrads erhöht werden und es sieht auch besser aus, wenn alles glänzt und sauber ist. Doch auch der Motorradhelm sollte nicht von der Pflege ausgeschlossen werden. Das hat nicht nur optische Gründe, sondern auch sicherheitstechnische Gründe.

Immerhin ist der Motorradhelm die wichtigste Sicherheitsausrüstung eines Motorradfahrers, welcher bei Stürzen und Unfällen Leben retten kann. Der Helm muss also absolut funktionstüchtig sein und ohne Mängel sein. Diese Eigenschaften können bei einer Motorradhelmpflege sehr gut überprüft und entdeckt werden. Doch wie genau sollte eine solche Pflege aussehen und wie geht man am besten vor? Das wollen wir Ihnen in den folgenden vier Schritten zeigen.

Schritt 1: Überprüfen und Grundreinigung

Bevor es richtig losgeht, sollte der Helm erst einmal auf Funktionsfähigkeit überprüft werden. Ein Helm, der nicht mehr richtig funktioniert, braucht auch nicht mehr gewaschen zu werden. Wichtig ist hier die Überprüfung des Visiers, sowie die Funktionstüchtigkeit der Kinnriemen. Das Visier sollte möglichst ohne Kratzer sein und auch frei von Verschmierungen sein, also ungetrübt sein. Der Kinnriemen sollte passgenau sein und unter keinen Umständen locker sein.

Sind keine größeren Schäden zu erkennen, so kann es weiter an die Grundreinigung gehen. Hier sollten alle Polster, die abnehmbar sind, entfernt werden. Diese kommen später dann in die Waschmaschine oder zur Handwäsche. Die Oberfläche des Motorradhelms sollte möglichst schonend gereinigt werden. Auch wenn harte, eingetrocknete Verschmutzungen sich nur schwer lösen, sollte man nicht mit Druck versuchen diese zu entfernen. Lassen Sie sich Zeit.

Wenn nichts geht, dann sollte man einen nassen Lappen mit mildem Spülmittel auf den Helm legen und etwa eine halbe Stunde lang warten. Nach dieser Zeit sollten die Verhärtungen eingeweicht sein und eine Entfernung sollte kein Unding mehr sein. Einfach mit einem nassen Lappen über den Helm wischen. Benutzen Sie ein weiches Tuch und rubbeln Sie nicht zu stark an der Oberfläche, um diese nicht zu beschädigen. Auch auf starke Reinigungsmittel sollte verzichtet werden.

Das Visier sollte möglichst schonend gereinigt werden. Hier sollte man ebenfalls auf starke Reinigungsmittel verzichten und stattdessen milde Seifenlaugen verwenden. So verhindert man weitere Trübungen, wie man Sie oft auch von Gläsern in der Spülmaschine kennt. Die Innenseite des Visiers sollte generell nur mit einem feuchten Lappen bearbeitet werden, möglichst auch ohne die Mitwirkung von Reinigungsmitteln.

Schritt 2: Hauptreinigung

Sind die gröbsten Verunreinigungen auf der Oberfläche entfernt, so kann weiter mit dem Motorradhelm verfahren werden. Im zweiten Schritt sollte man sich auf die Polster und das Innere des Helms konzentrieren. Bei neueren Motorradhelmen sollte dies kein Problem darstellen, da die Polsterungen ganz bequem herausgenommen werden können. Diese können dann bei einem schonenden Waschgang mit 30° Celsius in der Waschmaschine gereinigt werden.

Kann die Polsterung im Helm nicht entfernt werden, so sieht der ganze Prozess wesentlich komplizierter aus. Hier sollten zunächst Haare und Schuppenreste mit einer Bürste gelockert und gelöst werden und dann mit dem Staubsauger entfernt werden. Ist die Innenseite überwiegend sauber, so kann es mit der eigentlichen Reinigung weitergehen.

Einfach in die Waschmaschine stecken geht hier ja nicht. Es muss also von Hand gereinigt werden. Dazu nehmen Sie einen Lappen oder auch einen weichen Schwamm. Warmes Wasser mit milder Seifenlauge oder auch Haarshampoo empfiehlt sich für diesen Schritt am ehesten. Der Lappen oder Schwamm sollte beim Abwaschen keinesfalls nass sein, sondern nur feucht. Denn ein Durchweichen der Polsterung sollte möglichst verhindert werden. Lieber mehrmals über das Polster gehen und alles leicht anfeuchten.

Bei beiden Methoden gilt zum Schluss aber: Trocknen. Bevor weiter verfahren wird, sollten die Polster trocknen und gegebenenfalls wieder eingesetzt werden. Auch die Helmoberfläche sollte erst einmal trocknen, bevor weiter am Helm gearbeitet werden kann. Das gilt auch vor einer Winterpause. Der Helm sollte dann an einem trockenen Ort unter Verschluss gelagert werden, am besten in einer dichten Tüte.

Gastbeitrag Helmpflege

Schritt 3: Dichtungen,  Scharniere und Belüftung

Ist alles gut getrocknet, so kann man sich an die Scharniere, sowie die Dichtungen und die Belüftung setzen. Bei den Scharnieren reicht es in der Regel aus, wenn diese nachgeölt werden. Vaseline oder spezielles Schmiermittel reichen hierbei in der Regel aus. Bei den Dichtungen und Gummierungen sollte ein Verkleben verhindert werden. Dafür muss die Gummierung regelmäßig gewaschen werden, damit diese nicht spröde wird. Auch Talkumpuder kann dies verhindern. Ist das Gummi aber erst einmal spröde geworden, so hilft nur noch erneuern. Bei der Belüftung sollte darauf geachtet werden, dass diese frei von Verunreinigungen sind. Regelmäßiges kontrollieren und eine Reinigung reichen hierbei meist aus.

Schritt 4: Das Finish

Ganz zum Schluss sollte der Helm noch einmal komplett überprüft werden. „Doppelt gemoppelt hält besser“, heißt es ja bekanntlich im Volksmund. Sind keine Risse zu erkennen und ein Sturz ist nie vorgekommen, so können Sie den Helm beruhigt eine weitere Saison nutzen. Ein Poliermittel schützt den Lack und gibt dem Helm ein gutes Finish für die kommende Saison.

Der Gastschreiber

Hallo, ich bin Vanessa! Ich selbst bin schon seit längerer Zeit selbst begeisterte Motorradfahrerin und liebe das Fahren über alles. Es gibt einem einfach ein Gefühl von Freiheit, welches man sonst nirgends spürt. Allerdings kann das Motorrad Fahren ohne die passende Schutzausrüstung auch sehr gefährlich werden. Deshalb habe ich mich vor einiger Zeit mit meinem Freund Alex dazu entschlossen, den Motorradhelm Ratgeber ins Leben zu rufen, um vor allem Neulingen eine kleine Hilfestellung beim Kauf eines Motorradhelms zu leisten. Schaut gerne vorbei und schreibt uns! 🙂

Über

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