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Blogbeitrag

Pleiten, Pech und Pannen – HAT2018
Touren

Pleiten, Pech und Pannen – HAT2018 

Die HAT2018 sollte für den Herbst mein Highlight werden. Geplant war, gemütlich mit der Honda anzureisen und am Wochenende am Event teilzunehmen. Doch einiges kam anders, und vieles lief dann auch nicht so wie geplant.

Mein eigentlicher Plan sah wie folgt aus: Abfahrt am Mittwoch, Ankunft am Donnerstag in Sanremo und dann am Samstag Start zur HAT2018. Von Sestrier aus sollte es dann mit dem Motorradanhänger einer Kollegin nach Hause gehen.

Soweit die grobe Planung.

Wie es dann wirklich wurde

Kurzfristig hatten sich die Pläne dann etwas verändert. Die Kollegin mit dem Anhänger war bereits seit einigen Tagen in Italien. Das Motorrad, welches sie dabei hatte, wollte allerdings nicht ganz so wie sie. Wegen technischen Problemen hat sie sich entschieden, das Motorrad auszutauschen und fuhr nach Hause. Sie fuhr dann direkt mit dem Motorrad wieder nach Italien. Ich konnte ihr Auto mit dem Anhänger haben.

Am Dienstag, einen Tag vor dem geplanten Start nach Italien, habe ich das Motorrad auf den Hänger geladen, meine 7 Sachen ins Auto geworfen und bin losgefahren. Auf dem San Bernadino dann die erste Begegnung mit der Polizei. Ein Streifenwagen mit Blaulicht und Sirene kommt von hinten. Sie haben es eilig, aber wohin mit Auto und Anhänger wenn man nur 80km/h fahren darf und die Strasse keinen Platz zum Ausweichen bietet? Also ruhig weiterfahren und hoffen, dass eine Ausweichstelle kommt oder der Gegenverkehr mal etwas abnimmt und sie vorbei können.

Nach einiger Zeit sind sie dann auch an mir vorbei gekommen, ich konnte fürs erste aufatmen. Doch kurz darauf die nächste Polizeistreife hinter mir. Irgendetwas muss auf der Strasse vor mir geschehen sein. Zum Glück kam eine Parkbucht, so konnte ich die Strasse für die Polizei frei machen.

Wenige Kilometer konnte ich den Grund dann sehen. Ein Verkehrsunfall – ich sitze für gut 1 Stunde in der Vollsperrung. Schön, dass keiner eine Rettungsgasse bildet und der Abschlepplaster, der sich durch den Stau kämpft, sich erst einmal bei allen Gehör verschaffen muss. Wieso man dem keinen Platz macht ist mir ein Rätsel. Er will ja nicht der erste im Stau sein, sondern für uns das  Hindernis weg räumen, weswegen wir hier herum stehen!

Nach einiger Zeit beginnt der Verkehr wieder zu rollen. Soweit ich es sehe, hat sich ein PKW mit Anhänger überschlagen. Vom Anhänger und Auto ist nicht mehr viel zu erkennen.

Kontrolle an der Grenze

An der Grenze zu Italien, in Chiasso, angekommen freue ich mich über die separate Spur für Fahrzeuge mit Anhänger. Die ist komplett leer und so sollte ich schnell über den Zoll kommen. Die Schlange mit Autos ist ziemlich lang.
Doch im letzten Augenblick hält mich ein Zöllner auf. Es werden Auto, Anhänger und Motorrad kontrolliert. Das Gepäck im Kofferraum wird nochmals extra kontrolliert und am Ende wird noch ein Hund dazu geholt, der einmal kurz seine Nase ins Auto hält.
Ich bleibe ruhig und mache das Spiel mit – sie machen ja auch nur ihren Job. Mit etwas Verzögerung geht es wieder weiter.

Ich bin schon gut 3 Stunden hinter meinem Zeitplan. Mailand liegt hinter mir und ich fahre auf der A4 in Richtung Turin. Nachdem die Autobahn in Mailand noch recht voll war, läuft es hier sehr flüssig. Es sind kaum Autos auf diesem Autobahnabschnitt zu sehen.

Polizei zieht mich zur Kontrolle raus

Von hinten nähert sich eine Streife der Polizei. Ich kontrolliere nochmals meine Geschwindigkeit, will ja nicht noch von der Polizei wegen zu schnellem Fahren heraus gewunken werden. Aber als sich die Streife vor mich setzt, bekomme ich ein flaues Gefühl im Magen. Als dann noch die Anzeige mit “alt polizia” angezeigt wird weiss ich, die ziehen mich raus. Ich gebe kurz Lichthupe und folge dem Fahrzeug. Bei der nächsten Nothaltebucht fahren sie raus und die nächste Kontrolle beginnt.
Der jüngere Beamte kann zum Glück englisch und so zeigt es sich recht schnell, sie wurden neugierig auf die Honda. Zum einen wegen der unterschiedlichen Nummernschildern, der Anhänger ist in einem anderen Kanton zugelassen als mein Motorrad, da es ja auch nicht mein Anhänger und Auto sind.
Ich erkläre noch, dass ich auf dem Weg zur HAT2018 bin. Sie wünschen mir viel Spass am Event und ich soll schauen, dass die Honda wieder heil nach Hause kommt. Die Kontrolle war recht nett, doch hat sie wieder Zeit gekostet.

In Turin bekomme ich dann gerade noch den letzten Rest des Feierabendverkehrs mit. Ich stecke also auf der Ringautobahn im Stau. Die Motorradfahrer nutzen jede Chance sich durch den Verkehr zu schlängeln. Ich rolle langsam zu meiner Abzweigung, die mich die letzten Kilometer zu meinem Ziel bringen wird.

Polizei zieht mich zur Ko…. Déjà-vu

Bei Oulx verlasse ich die Autobahn und in gut 10 Minuten sollte ich dann auch beim Hotel ankommen. Das dachte ich zumindest.
Auf der Landstrasse sehe ich bei einer Tankstelle ein Polizeifahrzeug sowie zwei Polizisten stehen. Es kommt was kommen muss – die beiden haben wohl ihr Tagessoll noch nicht erreicht. Die Polizeikelle leuchtet rot auf und ich werde auf den Parkplatz gebeten.
Die nächste Kontrolle lasse ich über mich ergehen. Wenn die wüssten, dass ich schon 2 Mal kontrolliert wurde….
Aber gute 30 Minuten später erreiche ich dann doch noch mein Tagesziel. Meine beiden Teamkolleginnen erwarten mich bereits.

Beim Abladen vom Motorrad die nächste “Panne”. Das Nummernschild kann man nach Unten klappen um die Motorräder abzuladen. eine Schraube mit Mutter hält das Schild in Position. Die Mutter ist allerdings wohl bei der Fahrt verloren gegangen. Zum Glück hat die Schraube gehalten.

Fehlende Ausrüstung und Unterlagen

Im Hotel dann der nächste Dämpfer. Mit dem Motorrad soll es nach Sanremo gehen. Dafür muss ich meine Sachen erst einmal so packen, dass ich nur das notwendige dabei habe. Bei der Auslegeordnung im Hotelzimmer stelle ich aber schnell fest, es fehlen Gegenstände bei denen ich mir sicher war, Zuhause hatte ich sie noch in der Hand. So muss ich in Sanremo erst einmal diese Ausrüstung ersetzen. Gerade die Suche nach einer Taschenlampe oder Stirnlampe gestaltet sich schwerer als erwartet. Obwohl es im Ort mehrere Outdoor bzw. Sportgeschäfte gibt – Lampen führen diese keine. Bei einem Fahrradhändler werde ich dann doch noch fündig.

Bei den Unterlagen für die HAT2018 Teilnahme dann das ähnliche Spiel noch einmal. Meine Unterlagen sind nicht vollständig. In diesem Augenblick hätte ich durch die Decke gehen können.
Aber man hilft sich gegenseitig aus und bald sind die notwendigen Papiere kopiert oder frisch gedruckt.

Nun steht der Anreise nach Sanremo nichts mehr im Weg.

Kurvenreiche Strecke nach Sanremo, Startort der HAT2018

Von unserer Unterkunft in der Nähe von Sestriere starten wir am Donnerstag nach Sanremo. Eine lustige Truppe hat sich hier zusammengefunden. Die Kolleginnen jeweils auf BMW R1200 GS ich mit der Honda CRF 250 Rally.

Es wird eine kurvenreiche Strecke ins Navi eingegeben und so starten wir die Tagestour. Mit der Honda muss ich jeweils ordentlich am Gashahn drehen um an den beiden GSen dran zu bleiben.

Doch bereits in Briançon schlägt das Wetterpech zu: es beginnt zu regnen. In Regenkleidung geht es weiter. Die Strecke führt uns über Col du l’Izoard , Gorges du Guil, Col de Vars und Col de la Bonette.

Der Col de la Bonette liegt bereits weit hinter uns schlägt – das Pech wieder zu. Die vor mir fahrende Kollegin stürzt! Soweit ich es mitbekomme, rutscht das Hinterrad ihrer GS weg und sie rutscht über die regennasse Strasse. Die Funken vom Sturzbügel zeugen von einem heftigen Bodenkontakt. Ich muss erst einmal den Knopf für den Pannenblinker suchen. Vor Schreck wollte ich das wie bei meiner GS aktivieren. Aber auf der Honda funktioniert der Blinker anders.
Als erstes hin zur Kollegin, noch etwas weich in den Knien helfe ich ihr auf. Zum Glück ist ihr nichts schlimmeres geschehen. Wir heben das Motorrad auf und begutachten den Schaden. Schnell sieht man den Regenbogenschimmer auf der Strasse, irgendwo läuft Öl aus.

HAT2018, Italien, Alpen, Asietta

Beim nächsten BMW Händler in Nizza wird später dann ein Motorschaden festgestellt. Der Start an der HAT fällt also aus.

Umfaller mit Folgen

Die beiden Kolleginnen warten auf den Abschleppwagen und ich fahre schon einmal zum Hotel in Sanremo weiter. Mit der Honda brauche ich sicher etwas länger als sie mit ihrer GS für die Strecke.
Irgendwo zwischen Nizza und Monaco fahre ich gerade über einen Fussgängerstreifen. Dieser ist mit Pflastersteinen in rot und gelber Farbe ausgearbeitet. Da rutscht mir das Motorrad unterm Hintern weg. Ich bin nicht schnell unterwegs und so versuche ich noch, das Motorrad zu halten. Doch da trifft mich ein Hexenschuss und ich kann mich nicht mehr halten. So kippen Fahrer und Motorrad auf der Strasse. Fussgänger helfen mir und dem Motorrad wieder auf die Beine.

Man kann im Peck auch Glück haben. Denn nur wenige Häuser weiter blinkt ein Apothekenschild. Ich schleppe mich da hin und besorge mir erst einmal eine Dosis Ibuprofen. Als die Schmerzen dann langsam nachlassen, sitze ich wieder auf das Motorrad und setze meine Fahrt fort. Der Schmerz im Rücken wird die nächsten Tage bleiben. Ich kann zwar mit den Schmerzmitteln mit dem Motorrad fahren, doch an eine Teilnahme an der HAT verzichte ich. Gesundheit geht vor.

Es ist nun für die verbleibende Fahrerin besonders hart. 2 von 3 Mitgliedern fallen aus. So sucht sie sich ein anderes Team mit dem sie die HAT2018 fahren kann. Zum Glück findet sich bei 3 Engländern Unterschlupf und kann so doch an der HAT2018 teilnehmen.

Zurück nach Sestriere

Das Hotel bei Sestriere habe ich bereits wieder für eine zusätzliche Nacht gebucht, da ich ohne HAT Teilnahme nun einen Nacht früher wieder da sein werde. Das Motorrad steht gepackt vor dem Hotel in Sanremo und als ich aufsteigen will, leg ich mich nochmals mitsamt dem Motorrad hin. Zum Glück sind noch einige HAT Teilnehmer beim Hotel und helfen mir wieder auf die Beine. So ganz fit bin ich mit den Schmerzmitteln doch nicht. So rolle ich besonders vorsichtig los und fahre zurück nach Sestriere.

soviel zur HAT2018

Soviel zu meinem Abenteuer HAT2018. Es gab an diesen Tagen noch zahlreiche weitere kleine Nadelstiche bei denen etwas nicht ganz so lief wie erwartet oder geplant.
Aber auch einige schöne Augenblicke. Wie zum Beispiel im Hotel Riviera in Sanremo, wo ich mit dem Mitarbeiter wieder einmal etwas russisch reden konnte (hab so viel vergessen) oder den abgeschlossenen Garagenplatz.

Ob ich an der HAT2019 teilnehme, kann ich heute noch nicht sagen. Vielleicht ja, vielleicht nein, das wird die Zukunft entscheiden.

HAT2018, Italien, Alpen, Asietta


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6 Comments

  1. Moe

    Oh je so viel Pech auf einmal. Ich hätte ja die Krise bekommen. Ein Motorrad gehört einfach nicht auf einen Anhänger :P

    1. Marco

      Ja, meine Liebe zum Motorradtransport auf dem Hänger ist nicht gerade gewachsen. Aber für einen Transport über lange Strecke auf der Autobahn sicher eine brauchbare Option. Gerade mit der Honda fährt man einfach keine Autobahn, schon gar nicht so lange Strecken.

  2. Griesi

    Moe war schneller, also sage ich das Gleiche nicht noch mal.
    Ich hoffe jetzt geht Die und den defekten Moppeds der anderen wieder gut.

    1. Marco

      Alle aus meinem Team sind wieder heil Zuhause angekommen. Leider hat es die GS nicht geschafft. Der Freundliche in Deutschland hat die Maschine als Totalschaden still gelegt.

  3. Marius

    Oh man, du hast es in deiner Nachricht letztens ja schon angedeutet, aber das der Trip mit so viel Pech behaftet ist hätte ich mir nicht gedacht. Hoffe deinem Rücken geht es wieder gut!

  4. Entdeckerstorys

    Ich bin ja eigentlich überhaupt kein Mororradfan … aber bei dem Titel bin ich natürlich hängen geblieben … ;-) fürs nächste Mal wünsche ich mehr Glück! Viele Grüße von den Entdeckerstorys!

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